Aktuelles vom Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen
vom 13. Januar 2021

Hinweise und Empfehlungen für die Durchführung von Gesellschaftsjagden
und Jagden unter Corona-Bedingungen
Erlasse vom 21.10.2020, 02.11.2020 und vom 18.12.2020

Düsseldorf/Dortmund, 13. Januar 2021 (MULNV/LJV NRW). Aufgrund der
Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) vom 07.01.2021, die am 11.01.2021
in Kraft getreten ist, gibt das NRW-Umweltministerium in Abstimmung mit
dem MAGS (Gesundheitsministerium) die nachfolgenden Hinweise in
Ergänzung zu dem Erlass vom 21.10.2020 (http://bit.ly/31tJgrG). Die
Erlasse vom 02.11.2020 und vom 18.12.2020 finden keine Beachtung mehr.

Durch die neue CoronaSchVO wurde der strikte Lockdown auf Basis der
bundesweiten Absprachen bis Ende Januar 2021 verlängert und die
Regelungen wurden zum Teil sogar noch verschärft. Dies gilt auch für die
jagdlich relevanten Kontaktbeschränkungen.

Die jagdlichen Regelungen in der CoronaSchVO lauten jetzt wie folgt:

§ 2 Mindestabstand

(1a) Ansammlungen und ein Zusammentreffen von Personen sind im
öffentlichen Raum nur zulässig, wenn nach den nachfolgenden Regelungen
der Mindestabstand unterschritten werden darf oder wenn die Ansammlung
oder das Zusammentreffen nach anderen Vorschriften dieser Verordnung
unter Wahrung des Mindestabstands ausdrücklich zulässig ist.
(1b) Im öffentlichen Raum ist zu allen anderen Personen grundsätzlich
ein Mindestabstand von 1,5 Metern (Mindestabstand) einzuhalten, soweit
in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist oder die Einhaltung des
Mindestabstands aus medizinischen, rechtlichen, ethischen oder baulichen
Gründen nicht möglich ist.

(2) Der Mindestabstand darf unterschritten werden…
9. bei den nach dieser Verordnung zulässigen dringend erforderlichen
Veranstaltungen zur Jagdausübung bezogen auf feste und namentlich
dokumentierte Gruppen von jeweils höchstens fünf Personen innerhalb der
Gesamtgruppe der Teilnehmer.

§ 4a Rückverfolgbarkeit

(1) Die einfache Rückverfolgbarkeit ist sichergestellt, wenn die für das
Angebot, die Einrichtung oder Dienstleistung verantwortliche Person alle
anwesenden Personen (Gäste, Mieter, Teilnehmer, Besucher, Kunden, Nutzer
und so weiter) mit deren Einverständnis mit Name, Adresse und
Telefonnummer sowie – sofern es sich um wechselnde Personenkreise
handelt – Zeitraum des Aufenthalts beziehungsweise Zeitpunkt von An- und
Abreise schriftlich erfasst und diese Daten für vier Wochen aufbewahrt…

(2) Die einfache Rückverfolgbarkeit ist sicherzustellen…
7. bei nach dieser Verordnung zulässigen Versammlungen und
Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sowie bei zulässigen
Veranstaltungen zur Jagdausübung.

§ 13 Veranstaltungen und Versammlungen

(1) Veranstaltungen und Versammlungen, die nicht unter besondere
Regelungen dieser Verordnung fallen, sind derzeit untersagt.

(2) Abweichend von Absatz 1 sind unter Beachtung der Regelungen der §§ 2
bis 4 zulässig…
4. Veranstaltungen zur Jagdausübung, wenn die zuständige untere
Jagdbehörde feststellt, dass diese zur Erfüllung des
Schalenwildabschusses oder zur Seuchenvorbeugung durch Reduktion der
Wildschweinpopulation vor dem 31. Januar 2021 dringend erforderlich sind.

Mit diesen Regelungen wird einerseits dem weiterhin bestehenden
Erfordernis eines strikten Lockdowns und andererseits dem Jagdzeitende
am 31.01.2021 Rechnung getragen. Da wegen des Jagdzeitendes die
Schalenwildjagden nicht auf einen Zeitpunkt nach Ende des Lockdowns
verschoben werden können, eröffnet die Regelung des § 13 Absatz 2 Nr. 4
CoronaSchVO die Möglichkeit, Jagdveranstaltungen, die zur Erfüllung des
Schalenwildabschusses oder zur Seuchenvorbeugung durch Reduktion der
Wildschweinpopulation wirklich dringend erforderlich sind, mit einer
ausdrücklichen behördlichen Genehmigung durchzuführen. Das gegenüber den
Regelungen im November neue Erfordernis der Genehmigung durch die
unteren Jagdbehörde macht dabei deutlich: Eigentlich zählen auch
Kontakte im Zusammenhang mit dem Jagdbetrieb zu den Kontakten, die es im
Moment unbedingt zu vermeiden gilt. Nur wenn der Wald- und Seuchenschutz
wirklich eine weitere Jagd erfordert, kann es ausnahmsweise eine
Ausnahme geben. Alle anderen Gesellschaftsjagden bleiben vollständig
unzulässig.

Vor der Durchführung der Jagdveranstaltung hat die zuständige untere
Jagdbehörde jetzt die dringende Erforderlichkeit festzustellen. Die
dringende Erforderlichkeit zur Erfüllung des Schalenwildabschusses ist
anhand der Erfüllung des Abschlussplanes für das Jagdjahr 2020/2021 zu
bestimmen und bei relevanten Nichterfüllungen der Vorgaben zu bejahen.

Für die Teilnehmerzahl gilt: An der gesamten Jagd dürfen die
erforderlichen Personenzahlen teilnehmen, von diesen ist aber der
Mindestabstand einzuhalten. Es können aber feste und namentlich bei der
Datenerfassung erfasste Teilgruppen (für den gesamten Jagdtag) von fünf
Personen zum gemeinsamen Bergen, Aufbrechen, Anstellen etc. gebildet
werden. In diesen Gruppen kann der Mindestabstand unterschritten werden.

Falls bei der Durchführung von Bewegungsjagden auf Schalenwild ein
aktueller Schießnachweis nach § 17 a LJG-NRW nicht vorgelegt werden
kann, behält ausnahmsweise der bisherige letzte Schießnachweis seine
Gültigkeit.

Für den Zeitraum bis 31. Januar 2021 ist die Jagdausübung außerhalb von
den ausnahmsweise zulässigen Gesellschaftsjagden nach § 13 Abs. 2 Nr. 4
CoronaSchVO im folgenden Umfang zulässig:

• Einzeljagd – ja.

• Jagd in Begleitung – ja, allerdings mit engeren Auflagen: Mit Personen
aus dem eigenen Hausstand und nur noch
maximal einer weiteren Person, jedoch maximal 4 Personen.

• Gesellschaftsjagd– generell nein, Ausnahme nach § 13 Abs. 2 Nr. 4
CoronaSchVO

• Gemeinschaftsansitz (auch mit Anrühren) – ja, mit Auflagen: sofern die
Jäger sich telefonisch oder per Messenger abstimmen, einzeln anfahren
und einzeln ansitzen. Wild anrühren, bergen, versorgen und
abtransportieren sowie persönliche Treffen nach der Jagd ist nur mit
Personen aus dem eigenen Hausstand und einer weiteren Person, jedoch
maximal 4 Personen, zulässig. Dabei darf es keine wechselnden
Gruppenkonstellationen geben. Es muss sich wirklich insgesamt praktisch
um eine gleichzeitige Einzeljagd handeln.

Bitte tragen Sie durch Beachtung der jetzt bis zum 31.01.2021 geltenden
strikten Begrenzungen mit zu einer Eindämmung des aktuell sehr
kritischen Infektionsgeschehen bei. Hier können und sollten gerade
Jägerinnen und Jäger in unserer Gesellschaft auch eine Vorbildfunktion
übernehmen.

Das MULNV weist zudem darauf hin, dass Verstöße gegen die o.g.
Personenbegrenzungen unmittelbar bußgeldpflichtig sind!

Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e. V.
Gabelsbergerstraße 2
44141 Dortmund