Jagd und Kitzrettung während der Ausgangssperre

Düsseldorf, 29. April 2021 (MULNV). In der letzten Woche haben Bundestag
und Bundesrat eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG )
verabschiedet. Inzwischen liegt auch die mit den Bundesressorts BMG und
BMI abgestimmte Auslegungshilfe zur Einzeljagd während der
Ausgangssperre vor. Darin ist auch eine Regelung zu nächtlichen
Ausgangssperren aufgenommen. Ein aktueller Erlass der Obersten
Jagdbehörde des Landes NRW an die Unteren Jagdbehörden von heute Morgen
bestätigt auf dieser Grundlage noch einmal die mit dem Erlass vom
23.04.2021 erläuterten Regelungen zur Einzeljagd sowie die Möglichkeit
der Durchführung von Nachsuchen, der Fallwildversorgung und Rehkitzrettung:

Einzeljagd während der Ausgangssperre

Angesichts der grundlegenden Bedeutung der Jagd für die Bekämpfung und
Prävention der Afrikanischen Schweinepest sowie den Schutz der land- und
forstwirtschaftlichen Kulturen und des Gemüse- und Weinbaus vor
Wildschäden auf den Flächen der land- und forstwirtschaftlichen
Eigentümer stellt die Ansitz- oder Pirschjagd auf Schalenwild in der
Zeit der Ausgangssperre einen gewichtigen und unabweisbaren Zweck dar.
Daher ist die Jagdausübung in Form der Einzeljagd unter diesem Punkt der
Generalausnahme zu subsumieren.

Rehkitzrettung

Maßnahmen der Rehkitzrettung fallen unter § 28b Absatz 1 Nummer 2 Ziffer
e) bzw. f) IfSG, wenn Jägerinnen und Jäger in den frühen Morgenstunden
mittels Drohnen oder Hunden Rehkitze in Wiesen aufsuchen, um sie davor
zu bewahren, beim Mähen der Wiesen von den Mähmaschinen verletzt oder
getötet zu werden.

Nachsuchen/Fallwild

Die Bergung von Fallwild und die Durchführung von Nachsuchen während der
Ausgangssperre fällt unter den Ausnahmetatbestand des § 28b Absatz 1
Nummer 2 Ziffer e) bzw. f) IfSG und ist auch während der Ausgangssperre
möglich.

Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e. V.
Gabelsbergerstraße 2
44141 Dortmund

Website: www.ljv-nrw.de